Strahlenschutzausbildung in Deutschland - heute und morgen - ein Resumèe

Wir haben versucht, mit den verschiedenen Beiträgen die Vielseitigkeit der Ausbildungen im Strahlenschutz darzustellen. Die verschiedenen Ausbildungsmöglichkeiten im Strahlenschutz sind dabei genauso vielfältig wie der Strahlenschutz selber, der viele Bereiche des öffentlichen und privaten Lebens berührt. Und es gibt viele Wege, die zum Ziel führen. Dies können universitäre Studiengänge sein, wie im Beitrag „Strahlenschutzausbildung heute - Herausforderungen und Lösungen“ beschrieben, wobei duale Studiengänge mit praxisintegrierter Ausbildung wertvolle Alternativen zu traditionellen Studiengängen an Hochschulen und Fachhochschulen darstellen (siehe „Studiengang Labor- und Verfahrenstechnik mit Studienrichtung Strahlentechnik als Duales Studium“). Weitergehende Kenntnisse können durch Sommerschulen und Blockveranstaltung gewonnen werden, wie beispielhaft in dem von der EU geförderten Projekt „RaPBA – ein einwöchiger Trainingskurs am Forschungszentrum Jülich“. Aber auch außerhalb der Universitäten und Hochschulen ist die Ausbildung von kompetenten Strahlenschützern gleichermaßen bedeutsam und vielseitig. Eine entscheidende aber häufig nicht wahrgenommene zentrale Rolle im medizinischen Strahlenschutz spielen die Medizinisch-technischen Radiologie-Assistenten, die bei täglich tausenden diagnostischen oder therapeutischen Maßnahmen ganz konkret den Strahlenschutz des Patienten und des Anwenders garantieren, wie im Artikel „MTRA – Spezialisten im praktischen Strahlenschutz in der Medizin“ nachgelesen werden kann. Und im Ereignisfall werden gut ausgebildete Notfallkräfte benötigt; siehe „Praxisorientierte Vorbereitung von Einsatzkräften der Feuerwehr auf radiologische Notfallsituationen - Übung macht den Meister“. Darüber hinaus wird Expertise noch in vielen anderen Bereichen in der Technik, Kerntechnik, Wissenschaft und Wirtschaft benötigt. Sowohl in der Schweiz als auch in Deutschland entwickeln sich die Rahmenbedingungen in der Ausbildung durch neue gesetzliche Vorgaben ständig weiter, so dass sowohl in der Schweiz als auch in Deutschland neue Fachkunde(Sachkunde)-Gruppen eingeführt werden und über den Fortbestand der alten nachgedacht werden muss – siehe „Neue Strahlenschutz Ausbildungsverordnung in der Schweiz: Wie praktikabel und umsetzbar ist sie für Ausbildungsanbieter“ und „Neue Fachkunden im Strahlenschutz im novellierten Strahlenschutzrecht“. Dass darüber hinaus der internationale Austausch z.B. im Bereich der kerntechnischen Ausbildung eine entscheidende Rolle spielt, kann dem Beitrag „Neue Entwicklungen bezüglich rechtlicher Vorgaben zur Strahlenschutzkompetenz in der Schweiz“ entnommen werden. Die Grundlagen all dieser vielfältigen Wege zum Kompetenzerwerb im Strahlenschutz werden allerdings an den Schulen gelegt (siehe „Die Grundlage des Strahlenschutzes wird in der Schule gelegt!“). Hier anzusetzen ist eine der wichtigsten Aufgaben des Strahlenschutzes überhaupt und damit auch des Fachverbandes für Strahlenshutz!

Jan-Willem Vahlbruch