Standpunkt des Präsidenten - Archiv

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Unter einem Dach – Schutz vor Strahlung

Unter einem Dach – Schutz vor Strahlung

Der Philosoph Carl Jaspers (1883 – 1969) sagte: „Der Mensch ist das, was er ist, durch die Sache, die er zu seiner macht.“

In diesem Sinne ist Strahlenschutz meine Sache. Gemäß der Satzung unseres Verbands ist es die Pflege und selbstlose Förderung des Schutzes gegen die schädlichen Wirkungen ionisierender und nichtionisierender Strahlen im Interesse der Allgemeinheit und des öffentlichen Gesundheitswesens als Aufgabe der Wissenschaft und Forschung.

Mein Ziel ist es, die erfolgreiche Arbeit meiner Vorgängerinnen und Vorgänger fortzusetzen. Unser Verband vermittelt Wissen über die Gefahren im Umgang mit ionisierender und nichtionisierender Strahlung und schafft damit eine Basis, Risiken einzuschätzen. Wir bieten daher auf unserer Website eine umfassende Informations- und Diskussionsplattform. Aktuelle Erkenntnisse über die Wirkung von Strahlen fließen in unsere Diskussionen über den praktischen Strahlenschutz ein. Wir sind für dringende Fragen ansprechbar und vernetzen auch gerne weiter. Für den kleinen Wissenshunger zwischendurch bieten wir mit dem „StrahlenschutzKOMPAKT“ kleine Wissenshäppchen, kurz, knapp und gehaltvoll, wie ein „Energieriegel“. Als Appetizer gedacht, denn natürlich bieten sich die wahren Freuden üppiger geistiger Nahrung erst durch den intensiven fachlichen Austausch in unseren Arbeitskreisen.

Strahlenschutz erfordert Grundwissen über die Entstehung und Wirkung der Strahlung. Für hohe Strahlendosen ionisierender Strahlung größer als 100 mSv liegen Daten vor, die es ermöglichen, Nutzen und Schaden abzuwägen. Bei niedrigeren Dosen beginnt die Diskussion. Bei welcher Mindestdosis lässt sich ein signifikanter Einfluss feststellen, der zu  Krebs, der zur Veränderung des Erbguts führt? Lässt sich zwischen der Strahlenwirkung aufgrund natürlicher radioaktiver Stoffe und den von Menschen produzierten radioaktiven Stoffen unterscheiden? Lässt sich das pauschal statistisch ableiten? Wie hoch darf die Exposition mit UV-Strahlung oder mit Röntgenstrahlung sein, um von harmlos sprechen zu können? Wie sicher sind die heutigen Erkenntnisse? Wie wird eine mögliche individuelle Strahlenempfindlichkeit bedacht?

Wir arbeiten mit Modellen zur Berechnung einer effektiven Dosis, wenn eine Messung nicht möglich ist. Risiken werden daraus abgeleitet und danach Richtwerte festgelegt. Es gibt durchaus kontroverse Expertenmeinungen. Die Bürgerinnen und Bürger bilden sich ein Urteil, die Politik fällt Entscheidungen.

Fokussiert auf den Strahlenschutz bringen wir uns als Verband im Vorfeld solcher Entscheidungen ein. Es sind wissenschaftliche Abhandlungen mit Messungen und statistischen Erhebungen, die uns zu einem Urteil kommen lassen: „unbedenklich“ oder „bedenklich“. Es gibt aber darüber hinausgehende Gefahrenbewertungen im  gesellschaftlichen Kontext, die nicht nur die fachliche Einschätzung widerspiegeln. Der Ausstieg aus der Nutzung von Kernenergie ist das Ergebnis von Risikoeinschätzungen verbunden mit solchen gesellschaftlichen Bewertungen. Genauso auch die Entscheidung, die radioaktiven Abfälle aus dem bisherigen Lagerungsort, im ehemaligen Bergwerk Asse, auf die Erdoberfläche zu holen und in Zwischenlagern solange aufzubewahren, bis ein Endlager gefunden wird.

Es gibt weiterhin eine Vielzahl von aktuellen Fragestellungen, die in den Arbeitskreisen bearbeitet werden, aus der Praxis für den Schutz in der Praxis. Für Ihre direkte Frage und eine rasche Beantwortung nehmen wir uns gerne Zeit, denn Wissensvermittlung steht bei uns an oberster Stelle und neue engagierte Mitglieder sind stets willkommen.

Sprechen Sie uns an! Bleiben wir im Gespräch!

Unser Verband ist das, was er ist, weil wir uns den Strahlenschutz  im Sinne von Carl Jaspers zu unserer eigenen Sache gemacht haben.

Ihr Thomas Steinkopff

Und wenn das in Deutschland oder in der Schweiz passieren würde ...

Und wenn das in Deutschland oder in der Schweiz passieren würde ...

In Deutschland wie in der Schweiz sind strahlungsbedingte Notfälle, bei denen eine medizinische Versorgung erforderlich ist, zum Glück sehr selten. Dieser positive Sachverhalt ist zweifellos das Resultat der Sensibilisierungs- und Ausbildungsmaßnahmen im Zusammenhang mit den Risiken des Umgangs mit radioaktiven Strahlenquellen im Nuklearsektor, in der Medizin und in der Industrie. Die Gefahr liegt allerdings darin, dass man denkt, man sei vor Unfällen mit hohen Expositionen geschützt, wie sie z.B. bei der industriellen Gammagraphie in Lateinamerika vorkamen. Es wäre daher falsch, den Erhalt der Kompetenzen zur medizinischen Betreuung hoch exponierter Personen zu vernachlässigen, indem die Mittel reduziert würden, die zur Erfüllung dieser Pflicht erforderlich sind. Die Vorbereitung für diese Aufgabe ist in den Internationalen Gesundheitsvorschriften (http://www.who.int/ihr/) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) geregelt, denen auch die Deutsche und die Schweizer Regierung zugestimmt hat. Das Reglement betrifft den nationalen Notfallplan unter dem Blickwinkel der Globalen Gesundheit.

In diesem Rahmen nimmt das REMPAN-Netzwerk für die Vorbereitung und die medizinische Hilfe bei radiologischen Notfällen (http://www.who.int/ionizing_radiation/a_e/rempan/en/) eine wichtige Stellung ein. Die Klinik für Nuklearmedizin der Universität Würzburg und die Abteilung Strahlenschutz des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) sind als Kooperationszentren der WHO daran beteiligt. Sie haben daher am 15. REMPAN-Meeting in Genf teilgenommen, das von der WHO und dem BAG vom 3. bis 5. Juli 2017 gemeinsam organisiert worden war. Über hundert Teilnehmer hatten dabei die Gelegenheit, sich über die Situation in Fukushima, die Expositionen der Schilddrüse, das langfristige Beobachten der Bevölkerung, die der Strahlung ausgesetzt war, die Evaluation des Umgangs mit der internen Strahlenexposition, die nichtradiologischen Auswirkungen und die Risikokommunikation zu informieren und auszutauschen.

Deutschland und Frankreich haben eine Struktur zur medizinischen Versorgung von Strahlenopfern eingerichtet. Sie profitieren dabei von den Erfahrungen, die sie bei ihren Hilfsmissionen gesammelt haben. Für ein kleines Land wie die Schweiz sind diese Kapazitäten sehr viel beschränkter, daher ist die Arbeit in einem Netzwerk, in dem jedes Land von der internationalen Erfahrung und Unterstützung profitieren kann, eine echte Chance.

Interview des Präsidenten mit Renate Czarwinski und Klaus Henrichs

Interview des Präsidenten mit Renate Czarwinski und Klaus Henrichs

Der Präsident des FS, Christophe Murith, interviewte die bisherige Präsidentin der IRPA, Renate Czarwinski, und den neuen Vertreter des FS im IRPA-Exekutivrat, Klaus Henrichs zum Thema "Der FS und die IRPA"

Christophe Murith: Liebe Renate, lieber Klaus, wie schätzt ihr die Bedeutung der IRPA für den FS ein, und welche Bedeutung hat der FS für die IRPA?

Renate Czarwinski: Der Fachverband für Strahlenschutz für Deutschland und die Schweiz ist seit der Gründung der IRPA untrennbar mit ihren Aktivitäten verbunden, was sich z.B. in der über 50 Jahre andauernden lückenlosen Mitarbeit bzw. Vertretung von FS-Mitgliedern aus Deutschland und der Schweiz im IRPA-Board und im IRPA-Exekutivrat zeigt, z.B. als Schatzmeister, als Vizepräsident und als Präsident der IRPA. Die IRPA hat mit heutigem Stand 52 nationale und regionale Mitgliedsgesellschaften, welche Strahlenschutzexperten aus 67 Ländern repräsentieren, und der FS ist als eine der fünf größten Gesellschaften ein festes Standbein der IRPA. Somit haben die deutschen und schweizerischen Strahlenschützer eine gewichtige Stimme in der internationalen Diskussion zum Strahlenschutzsystem oder auch zu Einzelaspekten des Strahlenschutzes wie z.B. nach Notfallsituationen. Die Kompetenz und das Engagement des FS werden auf internationaler Ebene hochgeschätzt.

Klaus Henrichs: Für mich steht im Vordergrund, dass die IRPA als weltweite Dachorganisation den nationalen Strahlenschutzverbänden und damit dem FS bei ihrer Arbeit helfen kann. Es können über die IRPA Synergien genutzt und Erfahrungen ausgetauscht werden. Beispielsweise verfügen einige Gesellschaften über hervorragendes Material zur Schulung oder zur Kommunikation bzgl. der Öffentlichkeit. Eine gemeinsame Plattform für den Austausch bietet das IRPA-Web bereits. Dazu gehört auch die Chance, mit Hilfe der IRPA unser Nachwuchsförderprogramm weiter zu entwickeln, z.B. durch Austauschprogramme und ähnliches. Neben diesem Nutzen für die Mitgliedsgesellschaften kann die IRPA durch die in ihr konzentrierte Fachkompetenz einen - allerdings begrenzten - Einfluss auf die Rahmenbedingungen nehmen, unter denen wir Strahlenschutz betreiben. Als Stimme der Praktiker findet sie zunehmend Gehör bei wichtigen maßgeblichen Organisationen. Über die Bedeutung des FS für die IRPA brauche ich der Antwort von Renate nichts mehr hinzuzufügen.

 

Christophe Murith: Wie hast du, Renate, „IRPA gelebt“, womit warst Du zufrieden und womit nicht?

Renate Czarwinski: Die Präsidentschaft der IRPA war für mich eine große Herausforderung, die ich gern angenommen habe. Ich war und bin dankbar für das entgegengebrachte Vertrauen. Ich habe die Aktivitäten der IRPA mit viel Freude geleitet, obwohl etliche Ressourcenhürden zu nehmen waren. Da es für mich ein sogenannter „Moonlight Job“ war, musste ich auch das Management in der bisherigen Leitung der IRPA etwas umstellen. Um die Repräsentanz der IRPA in vielen Veranstaltungen zu gewährleisten, habe ich die Mitglieder des Exekutivrates intensiver mit Aufgaben und Projekten wie z.B. der Strahlenschutzkultur in der Medizin, betraut. Die internationale Sichtbarkeit und Anerkennung sowie die Zusammenarbeit mit anderen internationalen, für den Strahlenschutz relevanten Organisationen konnten deutlich verstärkt werden. Die IRPA hat als NGO in diesen Organisationen jetzt eine Stimme und ist geforderter Partner in Strahlenschutzfragen.

 

Christophe Murith:Was sind für dich, Klaus, als neugewähltes Mitglied im IRPA-EC, die wesentlichen Herausforderungen und was sind deine Hoffnungen?

Klaus Henrichs: Um mit der Hoffnung zu beginnen: Ich wünsche mir, dass die IRPA im von Renate erwähnten Sinne noch mehr Gehör findet bei den maßgeblichen Organisationen wie der IAEA. Praktische Herausforderungen für die IRPA sind vor allem erst einmal die gleichen, die auch für uns und für die anderen nationalen Verbände gelten: Die Wirksamkeit unserer Arbeit hängt von der Präsenz und der Sichtbarkeit der IRPA-Vertreter ab, und die dafür erforderlichen Ressourcen sind naturgemäß begrenzt. Hier brauchen wir verstärkt die Zuarbeit und Beteiligung der nationalen Verbände, die allerdings auch ihrerseits entsprechenden Einschränkungen unterliegen. Wichtig erscheint mir auch, dass es die IRPA schafft, sich auf dem Feld des Strahlenschutzes in der Medizin noch mehr einzubringen. Dieser Prozess hat ebenso wie für den FS gerade erst begonnen und erfordert erhebliche Anstrengungen und Überzeugungskraft.

 

Christophe Murith: Wie empfandst Du, liebe Renate, aus deiner Sicht als IRPA-Präsidentin das Engagement des FS in der IRPA?

Renate Czarwinski: Der FS hat die Initiative ergriffen, eine Kooperation der europäischen IRPA-Mitgliedsgesellschaften zu gründen und zu festigen. Das war sehr positiv. Die Stärkung dieser Kooperation in fachlicher und gesellschaftlicher Hinsicht zur Unterstützung der IRPA-Aktivitäten ist z.B. ein Punkt, den ich durch meine Arbeit im Direktorium des FS als persönliche Zielstellung in den kommenden Jahren besonders fortführen möchte. Ich sehe im Engagement der Strahlenschutzgesellschaften bei der Erarbeitung von internationalen Strahlenschutzstandards und in der effektiven Umsetzung des „System of Protection“ eine Herausforderung für die nahe Zukunft. Dies konnte während meiner Präsidentschaft aus Kapazitätsgründen seitens der IRPA wie auch seitens des FS nur für wenige Standards durchgeführt werden. Die Übernahme der Leitung von und der Mitarbeit in Ad-hoc-Arbeitsgruppen für Themen der IRPA durch den FS konnte auch aus diesen Gründen nicht realisiert werden.

 

Christophe Murith: Lieber Klaus, wie möchtest du das Zusammenwirken von FS und IRPA einerseits als FS-Geschäftsführer und andererseits als IRPA-EC-Mitglied organisieren?

Klaus Henrichs: Im gleichen Maße, wie wir uns Unterstützung für die FS-Arbeit durch IRPA wünschen, müssen wir durch inhaltliche Zuarbeit unsererseits IRPA unterstützen. Dies erfordert die Beteiligung der Arbeitskreise an Stellungnahmen für international aktuelle Themen und Bereitstellung von Materialien, die wir im Austausch für die angesprochenen Hilfsmittel anbieten können.

 

Christophe Murith: Liebe Renate, lieber Klaus, ich danke euch für die Beantwortung meiner Fragen. Ich wünsche euch viel Kraft und Erfolg für die zukünftige Tätigkeit in den jeweiligen Funktionen, in die ihr im FS und in der IRPA gewählt worden seid.

Ich hatte einen Alptraum

Ich hatte einen Alptraum

Darin träumte ich, dass ich die Aufgabe habe, das Grusswort des Präsidenten für die Website unseres Verbands zu überarbeiten. Mein erster Gedanke ist, etwas zu den Jahrestagen der Unfälle von Tschernobyl und Fukushima zu schreiben. Doch dann komme ich ins Grübeln. Ist dazu nicht schon alles gesagt, wiederholt und veröffentlicht worden? In den wissenschaftlichen Zeitschriften, in den Berichten der grossen Organisationen wie WHO, IAEA usw.? Man hat die Unfälle beschrieben, die Strahlenbelastung für die Bevölkerung und die Arbeiter berechnet, über die ergriffenen Massnahmen diskutiert, die zerstörerischen Auswirkungen auf die Psyche der betroffenen Personen analysiert und alles über die Liquidatoren in Tschernobyl und die Subunternehmer von TEPCO in Erfahrung gebracht. Dieses Thema ist ausgereizt.

Doch hat man eigentlich auch die wahren Gründe und Ursachen für diese Unfälle ermittelt? In Tschernobyl wurde eine Gruppe von Mitarbeitenden im Kontrollraum des Kraftwerks verantwortlich gemacht. Man hat versucht, zu verstehen, welcher Ablauf zur Katastrophe geführt hat. Damit ein solches Verhalten überhaupt möglich war, brauchte es schliesslich ganz spezielle Voraussetzungen, einen ganz besonderen Mangel an Sicherheitskultur im Unternehmen. Und was war eigentlich mit der zuständigen Kontrollinstanz? War dieser bekannt, welche Einstellung dort herrschte? Oder teilte sie diese sogar? Dies hat man nie vollständig untersuchen können aufgrund der intransparenten Politik der sowjetischen Regierung.

In Fukushima, einem Kraftwerk in der «westlichen» Welt, war die Situation eine andere. Hier war der Auslöser kein menschliches Versagen im Moment des Unfalls. Hier lag der Fehler in der Sicherheitsanalyse und in der baulichen Gestaltung der Anlage. Doch war sich das Betreiberunternehmen TEPCO dieser Schwächen bewusst? Warum hat es diese dann nicht beseitigt? Die Sicherheitsbehörde kannte den Sicherheitsbericht. Wieso hat sie diesen akzeptiert? Auch dies hat man nie vollständig untersuchen können. Die Angst davor, einen Fehler eingestehen zu müssen und das Gesicht zu verlieren, ist in der japanischen Kultur stark verankert. Hier war es sozusagen ein kulturelles Problem.

Ich verfolge meine Überlegungen weiter. Was war mit Wien? Waren der IAEA die Schwächen der Sicherheitsanalyse bekannt? Als internationale Organisation hat sie keine Handhabe gegenüber einem nationalen Unternehmen. Aber sie hätte das Problem zumindest zur Sprache bringen können. Um die Dinge voranzubringen, bevorzugt die IAEA allerdings generell den bilateralen Weg, auch wenn dies zu Lasten der Transparenz geht.

Ich bekomme es mit der Angst zu tun. Eine Glaswand macht eine objektive und transparente Untersuchung der Gründe, welche die Unfälle möglich gemacht haben, unmöglich. Diese Wand hat verschiedene Namen: politische Verschwiegenheit in Tschernobyl, kulturelle Zurückhaltung in Fukushima, diplomatische Effizienz in Wien.

Schlussfolgerung. Hat man das Recht, eine Schlussfolgerung zu ziehen? Hat man die Pflicht? Legt das Fehlen einer objektiven und transparenten Untersuchung nicht bereits den Grundstein für den nächsten Atomunfall?

Glücklicherweise klingelt in diesem Moment der Wecker.

Ihr Christophe Murith

Vertrauen im Strahlenschutz

Vertrauen im Strahlenschutz

Grüße der Präsidentin

Weihnachten und das Jahresende – es ist der Moment, in Ruhe zurückzublicken auf die vergangenen Monate und vorauszuschauen auf das neue Jahr.

Der FS startete in das Jahr 2015 mit dem AKE-Seminar für die Schweiz zum Thema „Freigabe und Entsorgung“ in Vorbereitung der neuen Strahlenschutzverordnung (StSV) in der Schweiz. Derzeit läuft die öffentliche Anhörung der STSV und es ist schön, dass sich quasi alle FS Arbeitskreise bei der Kommentierung der Artikel engagieren.

Im Herbst 2015 hat sich der FS dem Thema der Entsorgung radioaktiver Abfälle erneut gewidmet, dieses Mal jedoch im internationalen Rahmen:  Es fand der erste FS-IRPA-Workshop in Böttstein in der Schweiz zum Thema „Radiation Protection Culture in Waste Management“ statt. Es gibt viel Potential für ein Follow–up und es würde mich freuen, wenn die angestoßenen Inhalte weiter geführt werden. Die Zusammenfassung des Workshops wird in Kürze erscheinen.

Internationale Verflechtungen im Strahlenschutz sehen wir als immer wichtiger an, so dass sich der FS auf internationaler Ebene zukünftiger stärker präsentieren und engagieren wird. Hierzu werden wir in 2016 auf die Arbeitskreise zugehen.

Die öffentliche Wahrnehmung des Strahlenschutzes und eine seriöse und verständliche Kommunikation im Strahlenschutz sind Anliegen des FS. Die Arbeitsgruppe Öffentlichkeitsarbeit im FS veröffentlichte mit der Unterstützung der Arbeitskreise zwei Ausgaben des StrahlenschutzKOMPAKT, mit deren Hilfe die Aufklärung der Bevölkerung und die Bewertung des jeweiligen Strahlenrisikos besser gelingen soll. Hier ist noch viel Arbeit zu leisten und der FS wird diesen Bereich weiter voranbringen und ausbauen.

Die Ereignisse für das nächste Jahr sind bereits in Vorbereitung. Ich freue mich, dass der AKN die Tradition wieder aufgenommen hat und ein Seminar im Notfallschutz im April 2016 veranstaltet. Im Mai gibt es die IRPA-Konferenz mit Wahlen und Feierlichkeiten zur Gründung der IRPA im Jahr 1966. Im gleichen Jahr wurde auch der FS gegründet. Dies ist Anlass für den FS, eine ganz besondere Jahrestagung auf Usedom zum 50-jährigen Jubiläum zu organisieren. Federführend ist der AKU für die Jahrestagung verantwortlich. Ich hoffe, dass viele unserer Mitglieder die Möglichkeit haben, nach Usedom zu reisen und an der Konferenz und an den Festveranstaltungen teilnehmen können.

Für mich persönlich endet in diesem Jahr meine Präsidentschaft und ich gebe das Amt weiter an Christophe Murith. Ich bin mir sicher, dass er die Funktion sehr gut ausfüllen wird, weil er sich in seiner beruflichen Laufbahn immer im Strahlenschutz engagiert hat. Ich wünsche ihm von ganzem Herzen viel Erfolg für seine Arbeiten im FS. Bei Ihnen allen möchte ich mich sehr herzlich für die Zusammenarbeit und Unterstützung in den vergangenen Jahren bedanken.

Ihnen allen wünsche ich ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest sowie ein glückliches und gesundes Jahr 2016!

Ihre Gabriele Hampel

Der Strahlenschutz ist ein Fachgebiet, das einen wesentlichen Einfluss auf die Arbeit in einem in Betrieb befindlichen Kernkraftwerk, in einer Anlage im Rückbau, in einer Arztpraxis mit radiologischen bzw. nuklearen Anlagen oder im Bergbau hat. Strahlenschutz stellt eine Dienstleistung dar, gibt zugleich aber auch Grenzen fürs Handeln vor. Deshalb ist es die Aufgabe der Fachleute im Strahlenschutz, die technischen Abläufe zu verstehen, zu beobachten und die richtigen Schlüsse zu ziehen, d.h. entsprechende Strahlenschutzmassnahmen einzufordern, umzusetzen und zu kommunizieren. Dies ist eine vielfältige, anspruchsvolle Aufgabe, die grosse Kompetenz und Zuverlässigkeit erfordert, aber auch Glaubwürdigkeit und Vertrauen für die Entscheidungen benötigt.

Auf das Letztgenannte, das Vertrauen möchte ich im Folgenden etwas näher eingehen. Vertrauen kann im besten Fall eine Brücke zwischen Wissen und Nichtwissen sein. Um Vertrauen in ein Fachgebiet zu schaffen, das einerseits hochwissenschaftliche Denkweisen erfordert, andererseits einfache Urinstinkte wie Angst und andere emotionale Reaktionen weckt, ist es unumgänglich, komplexe Vorgänge soweit auf das Wesentliche zu reduzieren und zu vereinfachen, dass sie von nicht-involvierten oder nicht-fachkundigen Menschen verstanden werden. Dies spielt auch auf anderen Fachgebieten eine Rolle, so in der Gentechnik, bei der IT, im Flugwesen aber auch in der Politik. Die Basis, dass jemandem Vertrauen geschenkt wird, liegt zum einen in dessen Kompetenz, aber auch darin, wie die Kompetenz weitergegeben und kommuniziert wird.

Wir Strahlenschutz-Profis müssen vertrauen, zum Beispiel in die Messtechnik, die wir gerade nutzen. Können wir den Messergebnissen vertrauen? Voraussetzung dafür sind unsere Kenntnisse und Erfahrungen bzgl. der Messtechnik bzw. die der Hersteller.

Um eine Öffentlichkeitsarbeit erfolgreich durchzuführen, brauchen wir aber auch Vertrauen und zwar von denjenigen, die unsere jeweilige Botschaft hören. Unsere Erfahrungen im Strahlenschutz zeigen, dass unzureichende Kommunikation durchaus zu irreführenden Resultaten führen kann und Vertrauen und Glaubwürdigkeit in uns Strahlenschützer einschränken können.

Mangelnde Kommunikation und Aufklärung haben Ängste in der Bevölkerung hervorgerufen und machen sich zum Beispiel durch Behauptungen über Wirkungen sehr kleiner Strahlendosen oder bei der Diskussion über die Entsorgung radioaktiver Abfälle bemerkbar.

Ich möchte die Strahlenschützer auffordern, ihre Kompetenz zu nutzen, um verstärkt aufzuklären und Wissen weiter zu geben. Wissenstransfer gegenüber Kollegen, gegenüber der nachfolgenden Generation, aber auch gegenüber der Öffentlichkeit schafft Kontinuität, Vertrauen und Glaubwürdigkeit im Strahlenschutz.

Ihre Gabriele Hampel

Forschung zur Wirkung niedriger Strahlendosen

Forschung zur Wirkung niedriger Strahlendosen

Auf europäischer Ebene wurde 2010 durch Euratom eine Initiative für Forschungsarbeiten zum Risiko durch niedrige Strahlendosen ins Leben gerufen. Diese „Multidisciplinary European Low Dose Initiative“ (MELODI) soll das lineare Dosis-Wirkungs-Konzept ohne Dosisschwelle (linear-non-threshold-model, LNT-Modell) überprüfen. Das LNT-Modell ist der derzeitige Standard nach UNSCEAR (United Nations Scientific Committee on the Effekt of Atomic Radiation) und ICRP (International Commission on Radiological Protection).

Nach ICRP-Veröffentlichung Nr. 103 Art. 62 ist durch epidemiologische Studien und experimentelle Untersuchungen ein Strahlenrisiko für Krebs belegt. Für Dosen von etwa 100 Millisievert oder weniger ist dies jedoch mit Unsicherheiten behaftet. Verstärkte Forschungsarbeit, wie von der UNSCEAR angeregt, ist für diesen Dosisbereich sinnvoll, um die Kenntnislücke zu schliessen. Letztlich geht es dabei um eine Bestätigung oder Widerlegung des LNT-Modells.

Die Forschungsplattform MELODI soll hierzu die Arbeiten von verschiedenen Einrichtungen international zusammenführen. Dies ist insbesondere deshalb wichtig, da Forschungsarbeit durch die langfristige Bindung von Personal, Zeit und den Einsatz moderner Technik sehr kostenintensiv ist und durch die Zusammenarbeit effektiviert werden kann. Ausserdem gibt es die Möglichkeit, die verschiedenen Ansätze zu vergleichen und die Ergebnisse und deren Konsequenzen fachlich zu diskutieren. Bei MELODI sind 15 Institutionen aus Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Grossbritannien, Italien, Niederlande, Portugal, Schweden, Spanien und Tschechien mit verschiedenen Forschungsansätzen und Interessen vertreten. Für Deutschland sind das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), das Helmholtz Zentrum München (HMGU) und der Kompetenzverbund Strahlenforschung (KVSF) eingebunden.

Das Institut für Strahlenbiologie des Helmholzzentrums München veröffentlicht auf seiner Internetseite beispielsweise, dass der epidemiologische Ansatz bei der Beurteilung der Gesundheitsgefährdung durch niedrigdosierte ionisierende Strahlung vermutlich nicht genügend empfindlich sei, um schwache biologische Wirkungen zu erkennen, und ebenfalls ungeeignet sei, um Details über die beteiligten biologischen Mechanismen herauszufinden. Deswegen müsse ein neuer Ansatz zur Untersuchung der biologischen Wirkungen von Strahlung auf Zellen, Gewebe und Organismen bei allen Dosen gefunden werden, ganz besonders aber bei niedrigen Dosen.

Fraglich erscheint der Ansatz, auch das Auftreten von strahleninduzierten „nicht-kanzerogen“ Erkrankungen als Schwerpunkt in das Programm zu integrieren. Dieses kann den Rahmen von MELODI überschreiten, zumal die Krebs-induzierten Erkrankungen im Niedrig-Dosis-Bereich schon viel Forschungsarbeit, Mittel und Personal binden werden. Diese Betrachtungsweise und daraus resultierende Diskussionen sind allerdings nicht zu unterschätzen und können ggf. auch zu weiteren Verunsicherungen der Bevölkerung gegenüber ionisierender Strahlung führen.

Derzeit ist noch offen, ob der UNSCEAR-Ansatz durch die Forschungsprojekte bestätigt wird oder andere Modelle besser geeignet sind, um die Effekte zu beschreiben. Möglicherweise kommen die Resultate der Forschungsarbeiten auch zu dem Ergebnis, dass der UNSCEAR-Ansatz zu konservativ ist.

Zu empfehlen ist, die Arbeiten und den Projektfortschritt von MELODI zu verfolgen. Der Fachverband für Strahlenschutz hat 2014 Frau Martina Froning vom Forschungszentrum Jülich GmbH als Vertreterin des Direktoriums mit der Begleitung der Arbeiten von MELODI betraut. Sie berichtet dem FS-Direktorium regelmässig über den aktuellen Stand. Durch die Kooperation mit dem Kompetenzverbund Strahlenforschung (KVSF) ist der Fachverband über einen weiteren Pfad an MELODI beteiligt. Ein nächster MELODI-Workshop findet im November 2015 in München statt.

Die Forschungsarbeiten haben somit zum Ziel, einen neuen Standard im Niedrig-Dosis-Bereich zu setzen. Daraus können sich langfristig Auswirkungen auf den Schutz der Bevölkerung und Konsequenzen für den Notfallschutz entwickeln, die sich in veränderten Dosisfaktoren und Grenzwerten widerspiegeln können.

Insgesamt darf man auf die Ergebnisse der Forschungsarbeiten gespannt sein, allerdings werden sie erst langfristig erwartet. Es bleibt zu hoffen, dass die Ergebnisse fachlich und politisch neutral diskutiert werden.

 

Ihre Gabriele Hampel

Vier Jahre nach Fukushima

Vier Jahre nach Fukushima

Beinahe 4 Jahre sind seit dem Unfall von Fukushima vergangen. Das Ereignis hat einiges in Deutschland und der Schweiz verändert. Deutschland hat den zeitnahen Ausstieg aus der Kernenergie beschlossen. In der Schweiz laufen derzeit die Diskussionen über die zukünftige Energieversorgung (Energiestrategie 2050). Als Reaktion auf den Reaktorunfall in Fukushima fand eine Überprüfung des Notfallschutzes für die Bevölkerung statt. Vor dem Hintergrund der Ereignisse von Fukushima sind der Rückbau kerntechnischer Anlagen, die Entsorgung von radioaktiven Abfällen und der Notfallschutz in Deutschland und der Schweiz populäre Themen geworden. Diese Kernpunkte werden auch den Strahlenschutz in den nächsten Jahren stark beschäftigen.

Mit dem Symposium in Mainz zum Thema „Zwischenlager - Dauerlager - Endlager, wo bleiben wir mit unseren radioaktiven Abfällen“ hat sich der FS bei der Entsorgungsfrage bereits gut positioniert. Ein Seminar zum Freigabeverfahren in der Schweiz plant der Arbeitskreis Entsorgung für Anfang März 2015. Das Thema „Radiation Protection Culture in Waste Management“ soll in einem IRPA Workshop aufgegriffen werden, den der FS für den Sommer 2015 in Berlin plant. Auch wenn die Werte für die Freigabe von radioaktiven Stoffen in den EURATOM-Grundnormen nun festgeschrieben sind, sollte nicht das Ziel aus den Augen verloren werden, die Mengen an radioaktiven Abfällen zu reduzieren, da sonst die Kapazitäten der zukünftigen Endlager nicht ausreichen werden. Das bedeutet, geeignete Randbedingungen für die Freigabe wie angemessene Mittelungsgrößen und Freimesstechnik zu etablieren.

Was bedeutet Fukushima für den Notfallschutz in Deutschland und der Schweiz bezüglich des Strahlenschutzes? Der „HERCA-WENRA Approach for a better cross-border coordination of protectiv actions during the early phase of nuclear accident“ wurde im Oktober 2014 in Stockholm verabschiedet und liefert den Rahmen für den Notfallschutz in Europa. In Deutschland erarbeitet die SSK eine Stellungnahme zum Notfallschutz, die für Frühjahr 2015 erwartet wird. In der Schweiz wird das Notfallschutzkonzept erneuert. Es wurde eine internationale Arbeitsgruppe zur Überprüfung der Notfallschutzmaßnahmen bei Extremereignissen (IDA NOMEX) eingesetzt, die Maßnahmenvorschläge erarbeitet. Die neue Schweizerische  Jodtablettenverordnung ist bereits verabschiedet und befindet sich derzeit in der Umsetzung, d.h. die Jodtabletten werden an die Bevölkerung verteilt. Vor einer Einnahme ohne behördliche Anordnung ist aber dringend abzuraten, da Jod auch erhebliche Nebenwirkungen - Schilddrüsen-Überfunktion (Hyperthyreose) - haben kann. Dies gilt insbesondere bei Personen mit Schilddrüsenerkrankungen und bei der älteren Bevölkerung. Mit zunehmendem Alter (ab etwa 45 Jahren) wird die Schilddrüse unempfindlich gegenüber radioaktivem Jod und das Risiko eines späteren Schilddrüsenkrebses kleiner.

Durch den Unfall von Fukushima haben sich die Risiken der Kernenergie nicht verändert. Wesentlich verändert hat sich jedoch die Risikowahrnehmung der Bevölkerung, die sich in einer steigenden Angst vor Radioaktivität und ionisierender Strahlung offenbart. Für den Strahlenschutz und unseren Fachverband liegt hier die Chance aufzuklären, bei der Bewertung zu unterstützen und die Inhalte in den richtigen Rahmen zu rücken – keine einfache Aufgabe. Genau hier setzt das Infoblatt der FS-Arbeitsgruppe Öffentlichkeit (AGÖ) „StrahlenschutzKOMPAKT“ an. Es hat das Ziel, sachgerechte Informationen im Strahlenschutz leicht verständlich, qualitativ gut und in einer ansprechenden Form näher zu bringen. Im Sommer 2014 wurde die erste Ausgabe des StrahlenschutzKOMPAKT mit dem Thema „Strahlung beim Fliegen“ vorgestellt. Nächste Ausgaben sind in Vorbereitung u.a. zu den Themen „Entsorgung der radioaktiven Abfälle“ oder „Strahlung durch Radon“.

Ihre Gabriele Hampel

Zur Halbzeit der Präsidentin, Jahreswechsel 2014/2015

Zur Halbzeit der Präsidentin, Jahreswechsel 2014/2015

Halbzeit

Im Fußball gibt es nach 45 Minuten Spielzeit eine Pause von 15 Minuten, bevor die zweite Halbzeit mit nochmals 45 Minuten angepfiffen wird. Verlängerungen sind möglich. Bei der Präsidentschaft im FS ist nach einem Jahr Halbzeit, und es geht ohne Pause weiter in die zweite Halbzeit, sprich in die zweite Hälfte der Amtszeit. Eine Verlängerung gibt es nicht. Deshalb möchte ich ein kleines Resümee ziehen.

Meine Amtszeit begann wie an jedem Jahresanfang mit der gemeinsamen Sitzung des FS-Direktoriums mit den FS-Arbeitskreissekretären. Bzgl. der Teilnahme an den verschiedenen Sitzungen der AK habe ich ein „Unentschieden“ erreicht. Die Hälfte der AK-Sitzungen habe ich besuchen können. Die andere Hälfte ist für die zweite Halbzeit eingeplant.

Um im Jargon des Fußballs zu bleiben, der FS spielt auch in der „Europaliga“ gut mit. Zu erwähnen ist das internationale Expertenmeeting bei der IAEA (Wien), bei dem der Nachwuchs den FS mit einem Thema zur Kommunikation – Neue Medien im Strahlenschutz ausgezeichnet präsentierte. Das Highlight in 2014 war der IRPA-Kongress in Genf unter Leitung von Klaus Henrichs (Tagungspräsident) und Rolf Michel (Leiter des Programm-Komitees). Die Arbeit in der „Europaliga“ wurde mit dem IRPA-Meeting im November in Amsterdam fortgesetzt. Wie auch in 2014 soll die internationale Zusammenarbeit weiter intensiviert und die Arbeit mit der IRPA vertieft werden.

Es folgten das Symposium in Mainz zum Thema „Zwischenlager-Dauerlager-Endlager, wo bleiben wir mit unseren radioaktiven Abfällen“. Nicht zu vergessen: die EU-BSS wurden im Januar 2014 veröffentlicht und sollen in Deutschland bis 2017 umgesetzt werden. Eine erste Stellungnahme hat der FS abgegeben und beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit diskutiert.

Die Stellungnahme kann auf unserer neuen FS-Internet-Seite nachgelesen werden. Der FS präsentiert sich hier in einem neuen Outfit. Mein Wunsch für 2015 – schaut so oft wie möglich auf unsere Internetseite www.fs-ev.org .

Eine Frage, die den FS seit längerem beschäftigt: Was können wir tun, um sachgerechte Informationen im Strahlenschutz der Bevölkerung leicht verständlich, qualitativ gut und in einer ansprechenden Form näherzubringen. Dazu hat die Arbeitsgruppe Öffentlichkeit (AGÖ) das Infoblatt StrahlenschutzKOMPAKT entwickelt. Im Sommer 2014 wurde StrahlenschutzKOMPAKT zum ersten Mal den Mitgliedern mit dem Thema „Strahlung beim Fliegen“ vorgestellt.

Zum Jahresende feierte die StrahlenschutzPRAXIS 20-Jähriges Jubiläum mit einem neu gestalteten Jubiläumsheft 4/2014.

Das vor uns liegende Jahr 2015 lässt eine spannende zweite Halbzeit im Strahlenschutz erwarten. In der Schweiz wird derzeit die Strahlenschutzverordnung überarbeitet und die erste Ämterkonsultation läuft. Die Verbändeanhörung wird für Mitte 2015 erwartet. Der Fachverband wird auch hier, analog zu der Vorgehensweise bei den EU-BSS, eine Stellungnahme abgeben.

Die Jahrestagung 2015 mit dem Titel „Strahlen – Schutz – Gesundheit“, die gemeinsam mit dem Österreichischen Verband für Strahlenschutz (ÖVS), vom 05. bis 09.10.2015 in Baden bei Wien (Österreich) stattfindet, sowie die vorbereitenden Maßnahmen zur Jahrestagung 2016 (Inseltagung) mit dem 50-jährigen FS-Jubiläum bedürfen viel Engagement und der Präsenz bei den anstehenden Sitzungen.

In Bezug auf Fußball möchte ich mich an dieser Stelle bei meiner Mannschaft, dem Direktorium des Fachverbandes, bedanken, das mich mit viel Engagement rund um die Uhr, auch außerhalb der regulären Spielzeit, unterstützt hat. Mein besonderer Dank gilt Andreas Dalheimer, der über viele Jahre die Mannschaft als Schatzmeister begleitet hat und uns jetzt verlässt.

Ich hoffe, Sie bei der nächsten Mitgliederversammlung 2015 in Berlin im Rahmen der gleichzeitig stattfindenden Sommerschule persönlich begrüßen zu dürfen.

Auf den Fachverband wartet noch viel Arbeit, viele Trainingslager - packen wir es an. 

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein schönes Weihnachtsfest und ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr und alles Gute für 2015.

“Radioactive Waste Management“ und „Know How Transfer“, gemeinsames Engagement von IRPA und FS, Dez. 2014

“Radioactive Waste Management“ und „Know How Transfer“, gemeinsames Engagement von IRPA und FS, Dez. 2014

08.12.2014

 In der europäischen Union ist jeder Mitgliedsstaat frei zu entscheiden, wie er seine Energieversorgung gestalten möchte. Einige europäische Mitgliedsstaaten haben entschieden, die Kernenergie langfristig zu nutzen, wie beispielsweise Frankreich oder Großbritannien. Andere planen den zukünftigen Einsatz der Kernenergie, wie z.B. Polen. Wiederum andere Länder, wie beispielsweise Deutschland, haben nach dem Unfall von Fukushima-Daiichi entschieden, aus der Kernenergie auszusteigen und ihre Kernkraftwerke zurück zu bauen, um alternative Energien zu nutzten.

Abhängig von den jeweiligen kerntechnischen Programmen, die ein Mitgliedsstaat für sich gewählt hat, kommen auf die einzelnen Länder unterschiedliche Aufgaben zu. Sie stellen aber für alle Länder gleichermaßen eine Herausforderung dar - das betrifft insbesondere Strahlenschutz-Aspekte. Hervorheben möchte ich hier „Radioactive Waste Management“ und „Know-How-Transfer“.

Unabhängig von der gewählten Energieversorgungsstrategie, die ein Mitgliedsstaat gewählt hat - in jedem Land werden radioaktive Abfälle produziert. Dazu gehören die abgebrannten Brennelemente aus den Kernkraftwerken, radioaktive Abfälle aus Betrieb und Rückbau von Kernkraftwerken, aber auch kleinere Mengen an nuklearen Abfällen aus Industrie, Medizin und Forschung.

Die EU Direktive 2011/70/EURATOM gibt den Rahmen für Verantwortlichkeit und Sicherheitsmanagement von abgebranntem Brennstoff und radioaktivem Abfall und fordert die EU-Mitgliedsstaaten auf, entsprechende Programme zur Entsorgung ihrer radioaktiven Abfälle zu entwickeln. Ein wesentlicher Punkt umfasst in diesem Zusammenhang u.a. die Information und Einbeziehung der Öffentlichkeit.

Mit dem Symposium in Mainz „Zwischenlager, Dauerlager, Endlager – Wo bleiben wir mit unseren radioaktiven Abfällen?“ hat der FS eine Diskussionsplattform für Vertreter aus Industrie, Behörden, Gutachtern, Wissenschaftlern und auch den Verbänden und der Öffentlichkeit geschaffen. Auf dieser Basis möchten sich die Vertreter von IRPA und FS dem Thema „Radiation Protection Culture in Waste Management“ widmen, mit dem Ziel, Transparenz zu fördern und Aufklärung der Bevölkerung zu betreiben. Besonderer Dank gilt der IRPA-Präsidentin, die uns hierbei ihre Unterstützung zugesagt hat.

Eine der primären Hauptaufgaben, die nicht herausgezögert werden darf, ist ausreichend Personal für alle Aktivitäten im Strahlenschutz in Europa auszubilden und zu qualifizieren. Nachhaltige Verfügbarkeit von Know-How und Personal im Strahlenschutz ist für den Betrieb eines Kernkraftwerkes, aber ganz besonders bei Stilllegung und Rückbau eines Kernkraftwerkes relevant. Ebenso erfordert das Management der radioaktiven Abfälle generationsübergreifende Kenntnisse im Strahlenschutz sowohl bei den Betreibern, den Behörden als auch den Gutachtern.  

In diesem Zusammenhang sollte auch hier das Engagement der IRPA und ihrer Verbände fortgesetzt und erweitert werden, mit dem Ziel, Erhalt und Sicherung des Know-How für den Übergang von der heutigen zur zukünftigen Generation im Strahlenschutz zu gewährleisten. Auch hier möchte sich der FS gemeinsam mit IRPA und anderen Kooperationspartnern engagieren.

Ihre Gabriele Hampel

August 2014 - Wie gestaltet sich der Herbst 2014 für den FS?

August 2014 - Wie gestaltet sich der Herbst 2014 für den FS?

Eine Veranstaltung des Fachverbandes wird das FS-Symposium in Mainz

mit dem Titel „Zwischenlager-Dauerlager-Endlager“ sein. Unsere

Mitgliederversammlung ist in das Symposium eingebunden. Details sind in

der aktuelle SSP und hier auf unserer neuen Internetseite zu finden. Der

FS präsentiert sich nunmehr auch mit neuem Outfit im Internet und nutzt

das moderne Webdesign für eine übersichtliche und ansprechende

Darstellung.

Das Symposium mit dem Untertitel „Wo bleiben wir mit unseren

radioaktiven Abfällen?“ findet sich in einem Artikel der FAZ vom

22.05.2014 mit dem Titel „Auf der Suche nach dem besten Wirtsgestein“

wieder. Die vom deutschen Bundestag eingesetzte Kommission „Lagerung

hochradioaktiver Abfallstoffe“ hat in Mai 2014 ihre Arbeit aufgenommen.

Die Kommission setzt sich aus 34 Mitgliedern (33 stimmberechtigten)

zusammen. Der FS hatte sich um einen Sitz in diesem Gremium bemüht, aber

zu meinem Bedauern fanden wir keine Berücksichtigung. Wird diese neue

Kommission die alten Kontroversen aufarbeiten und eine akzeptable Lösung

finden können? Der zeitliche Rahmen ist vorgegeben: Bis 2031 soll ein

Standort ausgewählt sein und 2050 das Endlager für hochradioaktive

Abfälle in Deutschland in Betrieb genommen werden.

In der Schweiz ist vorgesehen, die radioaktiven Abfälle in einem

geologischen Tiefenlager einzulagern. Das Auswahlverfahren für ein oder

zwei Lagerstätten für schwach- und mittelradioaktive Abfälle sowie für

hochradioaktive Abfälle läuft in drei Etappen: Die erste Etappe, in der

sechs geeignete geologische Gebiete ermittelt wurden, ist bereits

abgeschlossen. In allen sechs Regionen wurden Gremien gebildet, die im

Auswahlverfahren mitwirken und durchaus Einfluss auf die

Entscheidungsfindung des Bundesamtes für Energie als verfahrensleitende

Behörde in der Schweiz nehmen können.

Derzeit befindet man sich in der zweiten Etappe. Die Nagra (Nationale

Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle) hat die Aufgabe,

mindestens zwei Lagerstätten auszuwählen, die dann als mögliche

Lagerstätten in Etappe 3 weiter untersucht werden. Der Vorschlag der

Nagra wird schon für den Winter 2014/2015 erwartet. Anschließend finden

Prüfungen durch weitere Behörden und eine öffentliche Anhörung statt.

Der Abschluss von Etappe 2 ist für 2017 vorgesehen. In der

anschließenden dritten Etappe wird dann die Standortwahl getroffen.

Weiteres aktuelles Thema im Strahlenschutz ist die Umsetzung der

EU-BSS in Deutschland in den nächsten vier Jahren und die Revidierung

der Strahlenschutzverordnung in der Schweiz, die hier für 2016 erwartet

wird. Der AKR erarbeitet gemeinsam mit weiteren FS-Arbeitskreisen ein

Papier zu den EU-BSS, welches den zuständigen Behörden bei der Umsetzung

unterstützend zur Verfügung gestellt wird. Der aktuelle Stand dazu wird

auf dem FS-Symposium in Mainz vorgetragen.

Auch das Thema „Freigrenzen und Freigabewerte“ als ein Bestandteil

der EU-BSS, hat Einfluss auf die Vorgaben für benötigte Lagerkapazitäten

für radioaktive Abfälle. Somit sind wir wieder bei dem FS-Symposium

2014 „Zwischenlager-Dauerlager-Endlager, wo bleiben wir mit unseren

radioaktiven Abfällen?“.

Insgesamt ergibt sich ein aktuelles und interessantes FS-Symposium

und ich wünsche mir als Präsidentin ein Meeting, das viele anspricht und

unsere Mitglieder zahlreich nach Mainz lockt. Ein vielversprechender

Herbst 2014 zeichnet sich für den Deutsch-Schweizerischen Fachverband

für Strahlenschutz e.V. ab.

Ihre Gabriele Hampel

Der Spätsommer 2014 im FS

Der Spätsommer 2014 im FS

08.07.2014

Was man weiß - Was man wissen sollte

Die IRPA Konferenz in Genf mit dem Thema "Radiation Protection Culture - A global challenge" wurde gerade erfolgreich abgeschlossen. Sie hat die Teilnehmer auf den aktuellen Stand zu Strahlenschutzthemen gebracht, internationale Verbindungen neu geknüpft und bestehende vertieft. Mein Dank richtet sich an alle Organisatoren und Teilnehmer der Tagung, insbesondere an den Kongress Präsidenten, Dr. Klaus Henrichs, das Wissenschaftliche Programm Komitee unter der Leitung von Rolf Michel, und die Organisation vor Ort durch den ARRAD.

Kaum ist die eine Konferenz beendet, naht schon das nächste wichtige Veranstaltung des Fachverbandes: Vom 22. bis 24. September 2014 findet das Symposium "Zwischenlager - Dauerlager - Endlager: Wo bleiben wir mit unseren radioaktiven Abfällen?" in Mainz statt. Es wird mit Unterstützung des AKE organisiert. Neben den Diskussionen zu internationalen und nationalen Projekten, werden die Themengebiete Ethik, die öffentliche Darstellung und Wahrnehmung der Entsorgung radioaktiver Abfälle und auch die Endlagerforschung vorgestellt. Weitere Informationen sind natürlich auf der neuen Homepage des FS zusammengefasst.

Eingebettet in die Veranstaltung ist unsere Mitgliederversammlung mit aktuellen Informationen zum Fachverband.

Fazit: Dabei sein ist alles - also anmelden unter www.fs-ev.org und nach Mainz an den Rhein kommen.

Der Blick in den Juni 2014

Der Blick in den Juni 2014

02.06.2014

Die Jahrestagung des Deutsch-Schweizerischen Fachverbandes für

Strahlenschutz in Genf steht unmittelbar bevor. Sie zeichnet sich neben

interessanten Themen dadurch aus, dass die Veranstaltung gemeinsam von

IRPA, FS und ARRAD durchgeführt wird und in den 4. Europäischen IRPA

Kongress eingebunden ist. Es freut mich, dass dadurch internationale

Akzente stärker gesetzt werden können. Der Titel "Radiation protection

culture - a global challenge" bietet eine Bandbreite an aktuellen Themen

im Strahlenschutz - weltweit.

In den Kongress ist die Vergabe des "Young Scientists and

Professionals Awards" eingebunden. Hier wird der Deutsch-Schweizerische

Fachverband für Strahlenschutz von Franz-Anton Rössler von der

Technischen Hochschule Mittelhessen mit dem Beitrag "Radon concentration

as an indicator oft he indoor air quality - development of an efficient

measurement method" vertreten. Ich drücke ihm die Daumen und wünsche

ihm viel Erfolg.

An dieser Stelle möchte ich mich schon einmal bei allen Beteiligten,

die sich für das Gelingen der Tagung einsetzten, bedanken. Insbesondere

möchte ich dem Congress Presidenten, Klaus Henrichs, dem

wissenschaftlichen Programmkomitee unter Leitung von Rolf Michel und

Christian Wernli und dem ARRAD für die Organisation vor Ort für ihren

großen Einsatz danken. Ich selber kann leider aus beruflichen Gründen

nicht in Genf sein, habe aber mit Joachim Breckow einen sehr erfahrenen

Vertreter in Genf.

Nutzen Sie die Möglichkeit, sich über die vielfältigen Themen und

Entwicklungen im Strahlenschutz zu informieren, Erfahrungen

auszutauschen und wertvolle Kontakte national und international zu

knüpfen. In diesem Sinne wünsche ich der Veranstaltung einen guten

Verlauf und allen Teilnehmern einen bereichernden und interessanten

Strahlenschutz-Kongress 2014.

Ihre Gabriele Hampel